Das Gesetz der Resonanz (Gesetz der Anziehung) ist in esoterischen Kreisen bekannt wie ein bunter Hund und wird gerne mit „Umwelt als Spiegel“ übersetzt. Das Prinzip besagt, dass wir nur das anziehen können, was wir auch selbst in uns tragen. Darunter fällt alles, was uns innerlich bewegt, wie Gedanken, Gefühle und Körperliches. Aber auch alles, was wir im Außen wahrnehmen, z.B. andere Menschen, Lebensumstände und Schicksalsschläge. Dinge, zu denen wir nicht in Resonanz stehen, sind dementsprechend ein toter Fleck und wir nehmen sie nicht wahr.
Das Prinzip der Resonanz lässt sich gut an einem Beispiel erklären:
Wenn wir unser Radio anschalten, dann sind wir in der Lage, bestimmte Radiofrequenzen zu empfangen, die das Radio in Sprache oder Musik umwandelt. Das Radio kann also Töne empfangen und wiedergeben. Unser Radio ist allerdings nicht imstande, Fernsehsignale in Bilder umzuwandeln – ganz einfach, weil es diese nicht empfangen und umwandeln kann.
Genauso funktioniert es mit dem Gesetz der Resonanz. Wir können nur solche Schwingungen empfangen, auf die wir eingestellt sind. Unser Geist wird tagtäglich mit unzähligen Informationen, Bildern und Impulsen geflutet. Doch nur ein Bruchteil davon hinterlässt Spuren in unserem Bewusstsein und beschäftigt uns noch im Nachhinein. Alles andere fließt einfach durch uns hindurch und wird ungefiltert in unserem Unterbewusstsein abgelegt.
Jeder Schöpfer nimmt nur seine eigene Schöpfung wahr. Ein anderer Schöpfer wird eine andere Schöpfung wahrnehmen.
„Fünf Menschen erleben bis auf das kleinste Detail den gleichen Tag. Sie erleben die gleichen Dinge, treffen die gleichen Menschen, führen die gleichen Gespräche, tragen die gleiche Kleidung, essen die gleichen Mahlzeiten. Jeder dieser Menschen wird diesen vollkommen gleichen Tag auf andere Weise wahrnehmen. Am Ende des Tages wird jeder dieser Menschen eine andere Geschichte erzählen.“
Wir ziehen uns nur das an, wozu wir eine Entsprechung haben
Das Resonanzgesetz wirkt auf der bewussten und auf der unbewussten Ebene. Da sich die meisten Prozesse des menschlichen Egos auf der unbewussten Ebene abspielen, zeigt sich das Gesetz der Anziehung in erster Linie unbewusst. Das bedeutet, dass uns das Leben passiert und wir es nicht bewusst steuern können. Dennoch sind wir dazu in der Lage, unsere Umwelt gezielt durch die Kraft unserer Gedanken zu beeinflussen. Wir ziehen uns nämlich das an, was wir ausstrahlen, was wir denken und was wir fühlen.
Positives zieht Positives an!
Negatives zieht Negatives an!
Wir ziehen uns diejenigen Situationen an, die zu uns passen, die wir uns selbst „kreiert“ haben. Wir sind die Schöpfer unserer Realität! Alles hat Bedeutung, weil wir es selbst erschaffen und es Anteile unserer Seele sind, die wir als Realität ins Außen projizieren.
Es ist wichtig zu verstehen, dass wir zu keiner Zeit Opfer der äußeren Umstände sind, auch wenn es sich oft so anfühlt. Das menschliche Ego ist gefangen in alten Mustern und fühlt sich schnell klein. Natürlich fühlt es sich nicht gut an, wenn wir uns klein oder gar als Opfer fühlen. Trotzdem ist es wichtig, diese Empfindungen wahrzunehmen und den dadurch resultierenden Widerstand zu fühlen. Denn es ist immer der Widerstand und der Schmerz, der uns dazu antreibt, unser Leben zu verändern. Unbehagliche Gefühle nötigen uns dazu, genauer hinzuschauen und etwas zu ändern bzw. zu transformieren = in die Mitte zu kommen, authentischer und selbstbestimmter zu werden. Unsere Seele schickt uns genau diejenigen Situationen und Erfahrungswerte, die wir brauchen, um wachsen zu können. Menschen bewegen sich selten ohne Druck aus der Komfortzone heraus.

Resonanz ist das, …
-
- … was uns auffällt.
-
- … was in unserem Bewusstsein haften bleibt.
-
- … was uns emotional berührt.
-
- … worüber wir uns Gedanken machen.
-
- … was uns verstimmt.
-
- … was wir wahrnehmen.
-
- … was wir sehen, hören, schmecken, fühlen, riechen.
-
- … was wir ablehnen.
Warum wir nur wahrnehmen können, wozu wir in Resonanz stehen
Alles ist eins! Alles gehört zusammen! Alles ist miteinander verbunden!
Das ist das göttliche Prinzip. Das ist die Energie, aus der wir entstanden sind. Das ist die Energie, aus der wir kommen, und das ist die Energie, zu der wir wieder zurückkehren. Die Einheit ist nichts anderes als die Verbindung zur eigenen Göttlichkeit. Die bewusste Wahrnehmung darüber, dass wir mit allem, was ist, verwoben sind. Die Wahrnehmung der Trennung existiert nur in unserer menschlichen Existenz. Es ist ein Filter, eine scheinbare Trennung von Gott und dem Außen. Tatsächlich ist die Einheit in jedem Augenblick vorhanden, und zwar in allem. Wir können sie nur nicht als solche identifizieren. Einheit ist immer da! Auch in der Trennung. Das ist der Grund, warum das Gesetz der Resonanz gültig ist.
Warum sollte sich meine Seele negative Dinge anziehen wollen?
Schließlich könnten wir sagen: „Prima, dann werde ich ab sofort nur noch „gute“ Dinge tun, denken oder fühlen – und mein Leben wird perfekt und glücklich sein. Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Denn es gibt ein Prinzip, das in der Hierarchieebene über dem Gesetz der Resonanz steht, und das ist das Gesetz der Polarität. Dieses Gesetz besagt, dass unsere Welt aus Polaritäten besteht, also aus Gegensätzlichkeiten, die ohne einander nicht existieren könnten (Nacht – Tag, Mann – Frau, Krieg – Frieden). Die Polarität existiert in allem. Sie existiert in unserer Umwelt und ebenso in unserer Seele.
Auch innerhalb der Seele des Menschen existieren diese Gegensätzlichkeiten. Ein Seelenthema hat immer zwei Pole. Da wir uns im Alltag gerne auf einen bestimmten Pol festlegen, ziehen wir uns laut Resonanzprinzip natürlich auch immer den Gegenpol an, also die andere Seite der Medaille, mit der wir uns nicht identifizieren, sondern die wir nach außen projizieren. Nur weil wir uns mit etwas nicht identifizieren, heißt das nicht, dass es nicht existiert. Die Umwelt spiegelt uns diese Aspekte im Alltagsleben wider. Es gibt unzählige feine Abstufungen innerhalb der Polaritäten, zwischen den Polen Plus und Minus. Und die Umwelt zeigt sie uns vielfältig auf.
Das Resonanzgesetz oder „Umwelt als Spiegel“ bedeutet also, dass alles, was wir im Alltagsleben wahrnehmen, ein Teil von uns selbst ist – egal, ob wir es als positiv oder negativ bewerten.
Trotz Polarität sind wir in unserer Ego-Existenz nicht ohnmächtig. Wir wissen, dass Positives nur Positives anzieht. Und wir wissen, dass Negatives nur Negatives anzieht. Dementsprechend können wir lernen, unsere Aufmerksamkeit auf diejenigen Bereiche unseres Lebens zu lenken, denen wir gerne Raum geben wollen, und denjenigen Bereichen weniger Platz einzuräumen, die wir gerne loslassen möchten. Das Gesetz der Polarität steht uns nur dann im Weg, wenn wir auf unserem Standpunkt beharren und uns weigern, die Vielfältigkeit der Polarität anzuerkennen. Die Polarität ermahnt uns, nicht allzu fixiert auf eine Meinung oder einen Lebensstil zu sein. Sie fordert uns auf, uns dem Leben und seinen unzähligen Feinabstufungen zu öffnen. Sie fordert uns auf, uns der eigenen Schöpferkraft zu öffnen. Tun wir es nicht, kann es weh tun. Lernen wir, auch die andere Seite als Teil des Ganzen zu akzeptieren, können wir innerlich selbst transformieren und diese Transformation auch ins Außen tragen.
Beide Prinzipien sind kraftvolle Unterstützer, wenn wir es zulassen!
Das Gesetz der Resonanz = Umwelt als Spiegel ist also nicht nur eine Floskel im Bereich der Esoterik, sondern eines der wichtigsten spirituellen Prinzipien überhaupt. Es besagt, dass alles mit uns selbst zu tun hat. Es gibt keine Zufälle, keine göttliche Bestrafung und erst recht kein böses Schicksal. Wir selbst sind die Schöpfer unserer Realität. Das Prinzip kann uns dabei helfen, uns selbst zu finden und unsere nicht bewussten Seelenanteile wieder ins Licht zu heben.