Selbstliebe – Warum Selbstliebe der wahre Schlüssel zur Heilung ist

Warum fällt es uns so schwer, uns selbst zu lieben?
Uns mit allen unseren Facetten und unserer bunten Vielfalt anzunehmen? Schließlich sind wir uns selbst der Nächste. 

Niemand steht uns so nah, wie wir uns selbst.

Im Alltag leisten wir viel. Wir kümmern uns um Familie, Partnerschaft und Freunde, streben vielleicht eine berufliche Karriere an, bedienen Ratenkredite und gehen unseren Freizeitaktivitäten nach. Und hin und wieder treten Herausforderungen in unser Leben, die es zu bewältigen gilt. Aber wie sieht es in unserem vollgepackten Alltag mit dem Thema Selbstliebe aus? Die meisten Menschen geben zu, Schwierigkeiten mit der Selbstliebe zu haben. Wenn man genauer nachfragt, kommt die Sprache auf Dinge, mit denen wir nicht zufrieden sind oder die wir sogar an uns ablehnen. „Ich wäre gerne selbstbewusster, schöner, reicher, würde gerne häufiger mal „nein“ sagen können und kann mich schlecht abgrenzen.“

Offensichtlich fällt es uns nicht leicht, uns so anzunehmen, wie wir sind. Vieles wollen wir verändern und optimieren. Denn wenn wir etwas an uns verändern, könnten wir uns vielleicht ein wenig mehr lieben. Wenn die eine oder andere unliebsame Eigenschaft nicht mehr da wäre, würden wir bestimmt besser mit uns selbst zurechtkommen.

Warum fällt uns die Selbstliebe so schwer?

Wenn wir uns das Leben in der Gesellschaft anschauen, finden wir vielfältige Gründe dafür, warum wir uns selbst nicht lieben und unsere Persönlichkeitsanteile ablehnen. Unsere Welt verläuft nach bestimmten Regeln. Derjenige, der die Regeln einhält, ist Teil der Gesellschaft und wird respektiert; derjenige, der die Regeln bricht, wird schräg angeschaut und schlimmstenfalls abgelehnt. Regeln einzuhalten und den äußeren Anforderungen zu entsprechen, lernen wir in frühen Kindheitstagen von unseren wichtigen Bezugspersonen – und das sind normalerweise unsere Eltern. Sätze wie „Sei nicht so laut“ oder „Benimm dich beim Essen“ kennen wir alle. Einerseits sind unsere Eltern unsere Vorbilder und wir ahmen ihre Verhaltensweisen nach. Andererseits wollen wir unseren Eltern gefallen und passen uns ihren Wünschen an, damit wir geliebt werden. Schnell merken wir, welche Verhaltensweisen von unserem Umfeld erwünscht sind und welche nicht. Wenn wir nicht ins System passen, werden wir ermahnt oder sogar bestraft. Das gilt nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch innerhalb der Gesellschaft. Kindliche Erfahrungen und die Erziehung prägen unseren Charakter. Das, was als förderlich erlebt wird, wird von uns charakterlich besonders herausgebildet. Das, was abgelehnt wird, wird unbewusst verdrängt. Auf diese Weise entstehen Kindheitsmuster.

Was haben unsere Kindheitsmuster mit Selbstliebe zu tun?

Was in der Kindheit ein sinnvoller Schachzug zur Anpassung an Familie und Umwelt ist, wird uns als Erwachsenem im Laufe der Jahre zum Klotz am Bein. Alte Muster und Glaubenssätze sind tief in unserer Psyche verankert, und obwohl es eigentlich nicht mehr nötig wäre, agieren wir immer noch genauso, wie wir es als Kind gelernt haben. In unseren Mustern sind wir auch als Erwachsene noch immer Kleinkinder. Insgeheim wünschen wir uns nämlich noch immer Anerkennung, Liebe oder Akzeptanz von den Menschen, die unseren Alltag bestimmen.

Viele Menschen sind sich ihrer eigenen Muster und Prägungen nicht bewusst. Sie reflektieren sich nicht oder nur kaum. Sie handeln immer wieder auf die gleiche Weise, reagieren emotional immer gleich und wissen nicht, dass ihre Reaktionen ein erlerntes Verhalten darstellen, das automatisch in Kraft tritt, wenn bestimmte Themen oder Lebensbereiche getriggert werden. Ein Kindheitsmuster ist im Regelfall ein kindlicher „Überlebensmechanismus“, eine Anpassung, um bestmöglich mit den Gegebenheiten in der Kindheit zurechtzukommen. Als Kind kommen wir mit bestimmten Anlagen zur Welt. Wir sind keine unbeschriebenen Blätter, wir sind nicht alle gleich. Wir haben unterschiedliche Bedürfnisse und Grundenergien. Und je nachdem, auf welche Weise wir in frühen Jahren gefordert werden, geschieht die Verlagerung unserer Energien in bestimmte Plus- oder Minusbereiche (= Verhaltensweisen).

Einige Menschen sind da schon einen Schritt weiter und sind sich ihrer Muster oder zumindest dem einen oder anderen Muster bewusst. Und spätestens jetzt geraten wir in eine Zwickmühle. Denn irgendwann kommen wir an den Punkt, an dem wir merken, dass es nicht leicht ist, unser inneres Bedürfnis, das hinter unseren Mustern versteckt ist, mit den Bedürfnissen der Umwelt in Einklang zu bringen.

Die Frage lautet: Wie kann sich aufrichtige Selbstliebe entwickeln, wenn wir selbst – aufgrund anerzogener Verhaltensweisen und Muster – nicht authentisch sein können und unsere wahren Bedürfnisse und Persönlichkeitsanteile nicht ausleben können? Wie kann sich Selbstliebe entfalten, wenn viele unserer Aspekte im Dunkeln bleiben und verdrängt wurden? Der wahre Kern unserer Persönlichkeit schlummert weiter in uns, vergessen und verstummt. Wenn dieser unbewusste Teil unserer Persönlichkeit mit uns sprechen könnte, dann würde er sagen: „Sieh’ mich endlich, nimm’ mich wahr und lebe mich endlich, denn ich gehöre zu dir – liebe mich!“

Die meisten Menschen in der heutigen Zeit haben verlernt, in sich hineinzufühlen, Verbindung zu ihrer Seele aufzubauen und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Eigens abgelehnte Persönlichkeitszüge sind zumeist Persönlichkeitszüge, die auch gesellschaftlich abgelehnt werden. Aggressionen, Machtstreben, Wut, Schwäche, Schuld, Angst sind nur einige davon.

Wenn wir das Problem mit der Selbstliebe spirituell beleuchten, dann ist die kindliche Prägung zwar ein wichtiger Bestandteil des Problems, aber dies allein als Begründung zu nehmen, wäre zu einseitig, denn sie würde uns zum Opfer machen und unser Problem in den Verantwortungsbereich von Eltern und Gesellschaft schieben.

In der Spiritualität geht es aber um Eigenverantwortung und Selbstermächtigung. Also müssen wir tiefer schauen. Wir müssen einen Schritt zurücktreten und das gesamte Bild betrachten. Mangelnde Selbstliebe entsteht im heutigen Leben durch Prägungen, allerdings haben diese Prägungen immer mit uns selbst zu tun. Die Erfahrungen, die wir als Kind machen, sind nicht willkürlich passiert, sondern weil wir in Resonanz dazu stehen. Das menschliche Ego bewertet Erfahrungen, teilt sie ein in gut und in schlecht. Die spirituelle Seele kennt diese Art der Bewertung nicht. Sie kennt nur die neutrale Erfahrung und denjenigen Menschen, zu dem wir uns entwickeln, wenn wir bestimmte Lebenswege einschlagen.

Was ist Selbstliebe?

Wenn wir verstehen wollen, was Selbstliebe ist, müssen wir zuerst verstehen, was Selbstliebe nicht ist! Selbstliebe ist nicht das Streben nach einem Idealbild, wie es uns von der Gesellschaft und durch unsere Erziehung vorgelebt wird. Es geht nicht darum, sich anzupassen und sich zur bestmöglichen Version von sich selbst zu entwickeln. Es geht auch nicht darum, ins allgemeine Bild zu passen, anderen Menschen zu gefallen, es möglichst jedem recht zu machen und niemanden mit seinem Verhalten zu verletzen. Wenn wir Selbstliebe auf diese Weise definieren, werden wir sie nie erreichen!

Im spirituellen Sinne bedeutet Selbstliebe, sich selbst mit allen Aspekten anzunehmen und zu lieben. Dazu gehören ALLE Aspekte, die schönen und die weniger schönen. Diejenigen, die bereits entwickelt sind, und diejenigen, die noch in den Kinderschuhen stecken. Diejenigen, die bewusst sind, und diejenigen, die noch irgendwo in den Tiefen unserer Seele versteckt sind. Die Einteilung in Gut und Böse ist eine persönliche Bewertung, die wir aufgrund von Erfahrungen für uns selbst als Regelwerk festgelegt haben. Widerstand ist das Resultat von Bewertung und führt immer zu Schmerz.

Warum nicht einfach mal den Widerstand loslassen?

Der steht uns doch sowieso nur im Weg!

Selbstliebe und Einheit

Alles ist eins! Diesen Satz haben wir alle schon einmal gehört. Für viele Esoteriker bedeutet es, dass wir mit der Natur verbunden sind, mit der göttlichen Liebe, und dies in unserem Alltag leben. Tatsächlich bedeutet es aber auch, dass wir unsere Schattenseiten anerkennen und annehmen. Unsere dunklen und nicht geliebten Anteile sind ebenfalls Aspekte der Göttlichkeit und somit Aspekte von uns selbst. Alles ist eins! Das bezieht sich auf das Gute wie auch auf das Böse. Das, was wir im Außen wahrnehmen, ist ein Spiegel für das, was wir im Inneren erleben. In Wahrheit gibt es keine Einteilung in Gut oder Böse, denn das ist lediglich unsere eigene Wahrnehmung und Bewertung.

Göttlichkeit ist immer allumfassend. Liebe ist grenzenlos. Warum sollte man immer nur das lieben, was wir selbst als liebenswert erachten? Alles ist liebenswert. Die Göttlichkeit ist facettenreich und jeder kleine Teil ist liebenswert und verdient seinen Respekt. Und wenn wir mal ehrlich sind: Sind es nicht die negativen Erfahrungen in unserem Leben, die uns stärker gemacht und innerlich haben wachsen lassen? Also dürfen wir diese Anteile auch lieben – ganz besonders sogar.

Alles ist eins! Das bedeutet, dass es keine Trennung gibt. Was uns umgibt, ist somit immer auch ein Teil von uns. Es ist mit uns verbunden. Wir sind unsere Umwelt und wir gestalten unsere Umwelt selbst – wir sind die Schöpfer auf der Erde.

Wenn es uns gelingt, uns selbst zu lieben, dann ist es logisch, dass dies auch eine Liebe aus der Umwelt zu uns nach sich zieht. Wir dürfen alle unsere Anteile leben. Und wenn uns das gelingt, dann wird uns auch die Umwelt lieben, denn sie ist nichts weiter als eine ständige Prüfung, die uns immer wieder daran erinnert, unsere Selbstliebe zu hinterfragen.

Wie schaffe ich es in einen Zustand der Selbstliebe?

Am Anfang steht mit Sicherheit der Wille, etwas verändern zu wollen, der Wille, sich selbst bedingungslos zu lieben. Denn wenn man sich hinterfragen muss, ob man es überhaupt wert ist, geliebt zu werden, werden wir immer wieder zweifeln.

Hände formen ein Herz – Selbstliebe

Man kann mit kleinen Veränderungen im Alltag beginnen. Stelle dich einfach jeden Morgen vor den Spiegel, lege deine Hand auf dein Herz und bekunde aus tiefstem Herzen und lauthals, dass du dich liebst. Dieses wiederholst du dann so lange, bis du die Liebe auch in deinem Herzen wahrnehmen kannst und es dir selbst glaubst, dass du dich liebst. In der Regel wirst du nach einiger Zeit ein Gefühl der Entspannung oder Wärme im Brustkorb empfinden.

Diese Übung ist einfach, aber sie ist unfassbar effektiv, wenn man sie stetig wiederholt. Energie folgt gesetzmäßig der Aufmerksamkeit. Wenn wir häufig bekunden, dass wir uns selbst lieben, dann geht dies automatisch in unser Energiefeld und den Körper über. Dann wird ein gesprochener Satz zu unserer Alltagsrealität.

Eine bewusste und achtsame Lebensweise ist ebenfalls von Vorteil. Unser Alltag ist anstrengend genug. Schaffen wir uns „Auszeiten“ vom Alltag. Momente, in denen wir in uns gehen können, in denen wir bewusst allein sind und auf unsere Bedürfnisse horchen können. „Warum reagiere ich in bestimmten Situationen immer gleich?“ „Was ist es, was mich aufregt, was mir Angst macht?“ Fühlen wir in uns hinein, verdrängen wir nicht die Gefühle, die aufkommen, sondern erspüren wir sie genau, erforschen wir sie und erkennen sie als Wegweiser an. Selbstliebe beginnt da, wo wir achtsam und liebevoll mit uns selbst und unseren Bedürfnissen umgehen. Man kann es sich vorstellen wie den Umgang mit einem kleinen Kind, das gerade erst lernt zu laufen.

Meditation, Yoga oder auch Autogenes Training sind ebenso gute Möglichkeiten, um Ruhe und innere Mitte zu erfahren. Auf dieser Tranceebene ist Bewusstwerdung möglich, denn wir aktivieren unsere rechte Gehirnhälfte, die für Intuition und Kreativität zuständig ist.

Mit Reinkarnationstherapie und spiritueller Heilarbeit auf dem Weg zur Selbstliebe

Und natürlich ist auch die Bewusstseinsarbeit im therapeutischen Bereich und im Coaching ein wunderbarer Helfer. Heutzutage gibt es sehr gute Methoden, die dabei unterstützen können, sich selbst ein wenig mehr zu lieben. Einfach mal jemanden von außen draufschauen lassen. Ich selbst habe mich auf die Reinkarnationstherapie und spirituelle Heilverfahren spezialisiert. Reinkarnationstherapie ist „Schattenarbeit“, was eine wundervolle Möglichkeit darstellt, sich mit all seinen Facetten kennenzulernen, abgelehnte Persönlichkeitsanteile bewusst zu machen und ins Leben zu integrieren und sich somit ein Stück mehr zu lieben. Spirituelle Heilarbeit arbeitet ebenso an der Wurzel. Sie geht mehr in den feinstofflichen Bereich.

Für welchen Weg der Selbstliebe man sich auch immer entscheidet, es geht immer darum, Entwicklung zu beschleunigen. Der Weg ist das Ziel, egal wie man es erreicht. Und irgendwann kommt jeder an. Keiner wird ausgeschlossen oder bleibt zurück. Wir alle sind geliebt und wir alle werden die Einheit eines Tages erfahren, auch wenn wir es im Heute nicht immer gleich spüren.