Frau blickt in einen farbigen Sternenhimmel - Karma

Was ist Karma?

„Bevor du auf die Reise der Rache gehst, grabe zwei Gräber.“

Konfuzius

Das Wort „Karma“ kommt ursprünglich aus dem indischen Sanskrit und bedeutet übersetzt „wirken“ oder „Tat“. Das karmische Prinzip ist Bestandteil vieler Religionen und Glaubensrichtungen. Auch im spirituellen Weltbild ist der Begriff geläufig.

Was ist eigentlich Karma?

Das Prinzip des Karmas ist auch bekannt als Gesetz von Ursache und Wirkung. Und dieses Gesetz besagt, dass jede Handlung, jeder Gedanke und jedes Gefühl eine Reaktion zur Folge hat. Das, was ich ausstrahle, was ich tue oder denke, kommt auf gleiche Weise zu mir zurück, wobei die Energien nicht an Raum und Zeit gebunden sind. Dieses Prinzip zeigt uns, dass wir alle Schöpfer unserer Wirklichkeit sind und jeder Mensch selbst für sein Schicksal verantwortlich ist.

    • Karma kennt kein Verfallsdatum.

    • Schicksal ist das Ergebnis eigener Gedanken und Taten.

    • Zufall ist nur ein Begriff für ein unerkanntes Gesetz.

    • Es gibt kein schlechtes Karma, nur mangelndes Verständnis.

Yin-Yang-Kugel – Gleichgewicht der Polaritäten

Der Mythos vom schlechten Karma

Die meisten Menschen unterscheiden zwischen gutem Karma und schlechtem Karma. Gutes Karma ist jenes Karma, das uns dienlich erscheint. Man darf die Früchte seiner Arbeit ernten. Im klassischen Sinne werden dem guten Karma Themen wie Reichtum, Gesundheit, Erfolg, Schönheit und eine intakte Familie zugeordnet. Mit gutem Karma darf man sich wohl fühlen. Es wird als Belohnung für gute Taten angesehen. Schlechtes Karma hingegen bedeutet für viele Menschen eine Art Bestrafung. Krankheit, Armut und ein schweres Schicksal werden als Resultat einer fehlerhaften Lebensweise und aufgeladener Schuld angesehen. Man muss für seine schlechten Taten mit schlechtem Karma büßen.

Diese Sicht der Dinge ist weit verbreitet in Buddhismus und Hinduismus und auch in der westlichen Esoterik. Tatsächlich ist sie aber eine sehr einseitige Betrachtungsweise des Gesetzes von Ursache und Wirkung. Demnach müsste nämlich eine höhere Macht existieren, die unsere Taten bewertet. Und das würde wiederum bedeuten, dass wir nach den Regeln dieser höheren Macht spielen müssten, und nicht nach unseren eigenen. Auf diese Weise würden uns wichtige Lernaufgaben und Reifeprozesse genommen werden, welche sich erst durch die Freiheit der eigenen Entscheidung und des damit verbundenen Scheiterns entfalten können. 

Zum Glück gibt es niemanden „da oben“, der unsere Taten bewertet, außer unserer eigenen Seele. Karma ist weder eine Strafe noch eine Belohnung. Und in vielen Jahren spiritueller Arbeit hat sich mir noch kein strafender Schöpfer gezeigt, sondern nur Klienten, die sich selbst verurteilen und bewerten.

„Was du säst, wirst du ernten.“

Buddha

Karma ist ein kosmischer Ausgleich

Nicht mehr und nicht weniger!

Was wir ausstrahlen, kommt auf gleiche Weise zu uns zurück. Das gilt für Positives und für Negatives. Karma bewertet nicht. Es ist neutral und reagiert ausschließlich auf das Ausgesendete. Es ist ein Echo auf alles, was wir aussenden. Es teilt nicht ein in Gut oder Böse. Es lehrt uns lediglich, dass wir ernten, was wir säen.

Das Gesetz von Ursache und Wirkung (= karmisches Prinzip) besagt, dass es keine Zufälle gibt. Für alle Geschehnisse gibt es immer eine Ursache. Und für diese Ursache gibt es eine weitere Ursache und für diese Ur-Ursache gibt es ebenfalls eine Ursache. Ein Geschehnis ist das Resultat einer unendlich langen Kette von Ursachen.

Zwei Figuren im Gleichgewicht – kosmischer Ausgleich

Warum gibt es Karma?

Das karmische Prinzip gehört zu den hermetischen Gesetzen. Im spirituellen Weltbild gehen wir davon aus, dass alles Leben miteinander verbunden ist. Es gibt eine Einheit, eine hochschwingende Ebene, zu der auch wir Menschen gehören. Durch den Eintritt in den Inkarnationszyklus auf der Erde sind wir scheinbar aus dieser Einheit herausgefallen. Wir sind nicht mehr bewusst verbunden mit dieser Ebene. Aber das ist nur ein Trugschluss.

Einheit kann nicht verloren gehen, sie ist immer vorhanden – die Existenz auf der Erde legt uns lediglich einen irdischen Filter darüber. Wir können sie dann nicht mehr wahrnehmen.

Die Einheit auf der Erde existiert aber weiter! Innen wie außen. Alles, was wir täglich erleben, die Menschen, die wir treffen oder die Erlebnisse, die wir haben, gehören zur Einheit. Unser tägliches Leben spiegelt uns unsere eigenen Anteile wider. Alles, was um uns ist, ist ein Teil dieser Einheit. Solange wir nicht in der Lage sind, die Einheit in uns selbst wieder bewusst zu spüren, versuchen wir immer wieder, sie im Außen herzustellen, z. B. durch Macht, Kontrolle und  Manipulation. All das sind Versuche, das Verlorene neu zu erschaffen.

Wenn wir mit Allem untrennbar miteinander verbunden sind, ist es logisch, dass eine Tat oder ein Gedanke eine gleiche Reaktion zur Folge hat, die wieder zu uns zurückkommt. Durch den Einheitsgedanken verletzen wir also niemals jemand anderen, sondern wir verletzen im Grunde genommen immer uns selbst. Das karmische Prinzip fordert Ausgleich, da wir uns nur in einer scheinbaren Trennung befinden – unsere Wahrnehmung ist: ICH & DU – also erleben wir Karma als einen Teil im Außen, ein Schicksalsschlag oder eine Person, die uns Gutes oder Schlechtes tut.

Wobei kann mir Karma helfen?

Karma kann dabei helfen, wieder näher zu uns selbst zu finden. Wenn wir unser Leben, unsere Erfahrungen und Probleme genau beobachten, sagen sie sehr viel über uns selbst aus. Die Reaktionen, Taten oder Gefühle, die uns andere Menschen entgegenbringen, sind unsere eigenen Gefühle, Taten und Reaktionen. Die Erlebnisse oder die Umstände unseres Lebens stürzen nicht zufällig über uns herein. Sie unterliegen alle dem karmischen Prinzip. Karma schafft Ausgleich. Es bringt die Pole wieder ins Gleichgewicht. Arm – Reich, Gut – Böse, Tod – Geburt. Karma gibt uns die Möglichkeit, alle Pole und Erfahrungswerte auf der Erde zu leben.

Wie kann ich Karma auflösen?

Das Prinzip von Ursache und Wirkung und das damit verbundene Karma lässt sich nicht einfach auflösen. Aber wir können lernen, ein bewussteres Leben zu führen. Vergebung, Heilung von Schuld und Eigenliebe sind Möglichkeiten, um Karma zu „erlösen“. Ein bewusstes Leben ist ein Weg der Eigenverantwortung und des Wissens über unser eigenes Karma. Auch eine Veränderung der Sichtweise auf unser Schicksal ist ein guter Schritt, um Karma zu erlösen. Denn auf diese Weise verschieben wir den „Filter“, der über unserer Wahrnehmung liegt in eine hellere Richtung. Karma ist keine Strafe, sondern eine Aufforderung, uns aus der Komfortzone zu bewegen, achtsamer mit uns und unserem Leben umzugehen. Es ist eine Einladung für inneres und äußeres Wachstum und womöglich die größte Chance auf Veränderung, die wir im Laufe unseres Lebens bekommen werden.